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Das Konzept

Das therapeutische Reiten unterteilt sich in 3 verschiedene Schwerpunkte:

  • heilpädagogisches Reiten
  • die Hippotherapie
  • Reiten als Sport für Behinderte

Als besonders motivierend und Lebensqualität verbessernd hat sich das heilpädagogische Reiten erwiesen. Es ist eine bewährte Fördermethode für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Verhaltensauffälligkeiten, Lernstörungen, psychischen Erkrankungen und Behinderungen. Im Vordergrund der Therapie steht nicht die sportliche Förderung, sondern die individuelle ganzheitliche Förderung des Menschen mit Hilfe des Pferdes. Zum Beispiel kann beim Traben im Sattel die Rhythmisierung eines hyperaktiven Kindes gefördert werden und mit Hilfe von Voltigierübungen die Koordinationsfähigkeit eines wahrnehmungsgestörten Kindes verbessert werden.

Heilpädagogisches Voltigieren wird unter Anderem an Sonderschulen, Schulen und Heimen für Behinderte, Kinderheimen und auch ambulant für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen, Schulproblemen oder Selbstwertproblematik angeboten.

Zum psychologisch/psychotherapeutischen Angebot gehören ambulante Einzeltherapien, Suchttherapien, systematische Familientherapien oder Angebote zur Bewältigung von Ängsten.

Rehabilitative Angebote richten sich z. B. an Suchtkranke, Patienten nach einem Unfall, Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Sozialintegreative Angebote beinhalten die Arbeit mit ausländischen Menschen und traumatisierten Menschen aus Krisen- und Kriegsgebieten.

Als Hippotherapie bezeichnet man die Krankengymnastik auf dem Pferd.

Von den im Rahmen der Hippotherapie durchgeführten Übungen profitieren hauptsächlich Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen Handycaps wie z.B. Patienten nach Amputationen, mit versteiften Gelenken, Spastiker und Patienten mit Muskelschwund oder Lähmungen.

Der passiv sitzende Mensch wird auf dem Pferd bewegt als könne er mit seinen Beinen laufen, weil das Gehen des Menschen und das Schreiten des Pferdes fast identisch sind. Die entstehenden Bewegungsimpulse schwingen über das Becken über den Rücken bis in das Gehirn des Patienten und wirken sich positiv auf seine psychische Verfassung aus.

Die dritte Kategorie des therapeutischen Reitens ist das Reiten als Sport für Behinderte. Hier besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass ein körperlich behinderter Mensch nach einer erfolgreichen Rehabilitationsmaßnahme im Rahmen einer Hippotherapie sich dem Sportreiten zuwendet.

Die Therapie mit Vierbeinern macht mobil und hebt das Selbstbewusstsein.

Ein willkommener Ausgleich im aufwendigen Therapiealltag mit Ergo- und Musiktherapie, Krankengymnastik und Frühförderung.

Die therapeutisch wirksamen "dreidimensionalen rhythmischen Schwingungsimpulse" wirken in der Pferdegangart "Schritt" über den Pferderücken über das Becken bis in das Gehirn gezielt auf den Menschen ein und fördern Haltungs-, Gleichgewichts- und Stützreaktionen, die sonst z.B. bei einem nur teilweise bewegungsfähigen Menschen nicht beansprucht werden. Die enge Beziehung zum Pferd und die Bewältigung der Übungen verschaffen Erfolgserlebnisse und heben somit langfristig das Selbstbewusstsein. Auf diese Weise können Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen und geistigen Handycaps über einen langen Zeitraum ganzheitlich d.h. körperlich, geistig, emotional und sozial, gefördert werden.

Unter dem Begriff "heilpädagogisches Reiten" werden pädagogische, psychologische, psychotherapeutische, rehabilitative und soziointegrative Einflussnahmen mit Hilfe des Pferdes bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit verschiedenen Behinderungen oder Störungen zusammengefasst. Im Rahmen des ganzheitlichen Ansatzes steht hierbei die individuelle Förderung über das Medium Pferd im Vordergrund, d.h. vor Allem eine günstige Beeinflussung des Verhaltens und des Befindens.

Im Umgang mit dem Pferd, d. h. beim Beziehungsaufbau, Pflegen, Versorgen, Führen und Reiten wird der Mensch ganzheitlich angesprochen: körperlich, emotional, geistig und sozial.

Durch seinen hohen Aufforderungscharakter und die unzähligen Motivationsanreize bietet sich das Pferd ausgezeichnet dafür an, gemeinsam mit ihm Neues zu lernen.

Als Herdentier verlangt es vom Menschen, klares, eindeutiges und rücksichtvolles Handeln, um sich ihm anzuvertrauen; gleichzeitig vermittelt es nicht nur durch seine Größe Respekt.

Durch sein angeborenes differenziertes Fürsorgeverhalten begegnet das Pferd vor Allem Kindern und Menschen mit Beeinträchtigungen sehr sensibel und aufmerksam. Das Pferd ist bereit und fähig, uns zu tragen - ebenso kann es sich anpassen und führen lassen.

Beides erfordert ein Sich-Aufeinander-Einlassen von Mensch und Tier. Die daraus entstehenden freudvollen und intensiven Momente können in idealer Weise dazu beitragen, positive Entwicklungsprozesse auf ganzheitlicher Ebene in Gang zu setzen.

Folgende weitere Argumente für die tiergestützte Therapie sind zu erwähnen:

 

  • das Tier erleichtert den Beginn der Behandlung (Tier als Eisbrecher)
  • im Gegensatz zu Puppen merkt das Kind im Kontakt zum Tier unmittelbar, dass seine Gefühle erwidert werden
  • Projektionen und Übertragungen von Emotionen und Konflikten auf die Person des Therapeuten gelingen bei Kindern selten. Ein Tier hingegen eröffnet dem Kind die Möglichkeit zur Identifikation, indem es Projektionen auf das Tier wirft, kann der Therapeut Einblick in das Unbewusste des Kindes bekommen.
  • Kinder sind überzeugt, dass Tiere ihre Gefühle verstehen und erfahren somit eine emotionale Unterstützung
  • Die Dreierbeziehung (Kind, Tier, Therapeut) kann Konfliktsituationen provozieren, aus denen sich Abwehrmöglichkeiten und Übertragungen ergeben können, die therapeutisch von großer Bedeutung sind.
  • Ein lebendes Tier lässt sich nicht uneingeschränkt manipulieren. Es kann zur Selbst- und Ichstärkung verhelfen.
  • Bei schwer beziehungsgestörten Kindern kann ein Tier den Rückzug ins "Ich" und somit in die soziale Isolation überwinden helfen. Tiere lassen sich im Gegensatz zu Menschen von einem "emotionalen Panzer" wenig beeindrucken.
  • Tiere laden zum Körperkontakt und Austausch von Zärtlichkeiten ein. Kinder mit Angst vor emotionaler Nähe zum Menschen brauchen diese Zärtlichkeiten.